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Janet Cardiff
Einzelausstellung
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Kategorie
Ausstellung (Solo)
Typ
Einzelausstellung
Eröffnungsdatum
09.03.2000
Start
10.03.2000
Ende
14.05.2000
Personen
Beschreibung

Die Kanadierin Janet Cardiff (geb. 1957 in Brussels/Ontario, lebt in Lethbridge/Alberta) wurde in Deutschland einem größeren Publikum durch ihren Audio-Walk bei den »Skulptur. Projekte Münster« (1997) bekannt und populär. Mit Walkmen ausgestattet wurden die Besucher/innen durch die Münsteraner Innenstadt geleitet. Die Teilnehmer/innen mussten sich auf ihrem Weg völlig auf die akustische Führung verlassen. Was sie hörten, war eine Sound-Mischung, die sich aus den Schritten der Künstlerin sowie aus historischen Geräuschkulissen, intimen Erinnerungen und Stadtlärm zusammensetzte. Der Eindruck war überwältigend: Die augenscheinliche Wirklichkeit der Stadt wurde von anderen Realitäten und individuellen Phantasien überlagert, ausgelöst durch die akustisch eingespielten Botschaften und Signale. Der Stadtraum wurde zur Szenerie einer geheimnisvollen Erzählung, in die sich die Teilnehmer/innen zusehends verwickelt fanden.

Die Besucher/innen auf eine Reise zu schicken, bei der sie für ein paar Minuten in eine andere Wirklichkeit eintreten, zählt zu den Absichten der Künstlerin. Um dieses Ziel zu erreichen, setzt Janet Cardiff verschiedene Techniken ein. So verwendet sie für ihre Walks wie für ihre Installationen eine sogenannte binaurale Aufnahmetechnik, die einen ausgesprochen wirklichkeitsnahen, dreidimensionalen Sound ermöglicht. Die Teilnehmer haben den Eindruck, dass jemand, der dicht hinter ihnen steht, ihnen ins Ohr flüstert. Autos, Fahrräder oder Pferdekutschen, die sich akustisch nähern, lassen den Besucher zusammenzucken, als seien sie real. Die sichtbaren Fahrzeuge hingegen erscheinen wie aus einer anderen Welt. Diese hohe Wirklichkeitsillusion wird noch gesteigert, indem Cardiff die Ausstellungsteilnehmer in fremde Rollen schlüpfen lässt. Jeder kann so zum unmittelbaren Zeugen werden, sei es einer verborgenen Liebesszene oder eines kriminellen Aktes. Die Geschichten, die Janet Cardiff erzählt, könnten erfunden oder real sein, gut oder böse enden, aggressiv oder zärtlich sein. Die Stimmen flüstern, umhüllen den Besucher mit Intimität, alles zusammen bewirkt ein äußerst intensives räumliches Erlebnis – ein Changieren zwischen visuellen und akustischen Realitäten.

Im kunstraum muenchen wird Janet Cardiff drei audiovisuelle Installationen präsentieren. Neben »Playhouse« von 1997 und »Muriel Lake Incident« von 1999 wird eine neue, speziell für München angefertigte Arbeit zu sehen sein.

Die Ausstellung entstand mit freundlicher Unterstützung der Kulturstiftung der Stadtsparkasse München und der Botschaft von Kanada, Berlin.
Besonderer Dank an George Bures Miller.

Zur Ausstellung erscheint ein Katalog.

Kuratorin: Susanne Meyer-Büser.
 

Termine:

Donnerstag, 9. März 2000, 19 bis 21 Uhr: Eröffnung




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