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Chris Reinecke. Die scheinbare Ruhe wird in Bewegung umschlagen. Arbeiten 1965–1971/1997–2000
Einzelausstellung
1 von 1
Kategorie
Ausstellung (Solo)
Typ
Einzelausstellung
Eröffnungsdatum
31.05.2001
Start
01.06.2001
Ende
22.07.2001
Personen
Beschreibung

Die Ausstellung präsentiert zum ersten Mal in München das Werk von Chris Reinecke, einer Wegbereiterin der konzeptuellen Kunst in Deutschland, die sich insbesondere mit der Rolle der Frau in der Gesellschaft beschäftigte. Grundlage für diese Ausstellung bildet die erste Retrospektive der Künstlerin im Kunstmuseum Düsseldorf im Jahr 1999. Bis zu diesem Zeitpunkt waren Bedeutung und Umfang des Werks von Chris Reinecke nur wenigen bekannt. Reineckes Objekte und Aktionen, ihre grenzüberschreitende, später auf politisch-kulturelle Veränderungen gerichtete Arbeit aus den Jahren 1965–71 zeigt eine ausgesprochen eigenständige und ideenreiche Bildsprache. Zusammen mit Jörg Immendorff gründete sie 1968 die Gruppe Lidl, die sich mit künstlerischen Mitteln den Problemfeldern der Zeit stellte und Gegenentwürfe entwickelte. In ihren Aktionen hinterfragte die Künstlerin die von der Gesellschaft als weiblich titulierten Fähigkeiten und Arbeitsbereiche (»Umgebungskleider«, »Female Doing Male Doing – Ich zeige Frauen das Löten, ich zeige Männer das Häkeln«, »Aktion mit Blauen Faden« etc.). Hier wurden Fragen vorweggenommen, die heute im Rahmen des Gender-Diskurses große Aktualität besitzen.

Neben den ausgestellten Objekten, Collagen, Zeichnungen und Aktionsrelikten werden im kunstraum muenchen Fotos, Skizzen, Zeitungsartikel, Manifeste und Texte zu sehen sein, die das Werk von Chris Reinecke kontextualisieren. Zudem werden im Unterschied zur Düsseldorfer Ausstellung auch ganz aktuelle Arbeiten der Künstlerin gezeigt. Sie stehen in deutlicher Beziehung zur Produktion der 1960er Jahre und unterstreichen ihr besonderes Interesse an Beobachtungen im Alltag.

In Zusammenarbeit mit dem Kulturreferat der Landeshauptstadt München.

Kurator/innen: Justin Hoffmann, Susanne Rennert
 

Termine:

1. Juni 2001, 19 Uhr: »Aktionismus als künstlerisch-politische Praxis« – eine Gesprächsrunde mit Chris Reinecke, Farida Heuck und Pia Lanzinger; Moderation: Justin Hoffmann und Susanne Rennert.
Unter der besonderer Berücksichtigung unterschiedlicher historischer Verhältnisse soll die Bedeutung von Aktionen im künstlerischen und politischen Kontext diskutiert werden. Als Spezialgebiet der Kunstproduktion haben Aktionen von Künstler/innen heute einen Stellenwert erzielt, der in den 1960er Jahren kaum denkbar gewesen wäre. Haben sie mich der institutionellen Unterstützung von Aktionen aber auch die Themen und Strategien grundsätzlich verändert? Fragen nach der Rolle des Publikums, der möglichen Interaktivität oder der Anbindung an politische Bewegungen scheinen jedoch über Jahrzehnte hinweg relativ gleich geblieben zu sein. Sie sind in den jeweiligen sozialen und lokalen Verhältnissen stets neu zu verhandeln.




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