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Thomas Kratz
Einzelausstellung
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Kategorie
Ausstellung (Solo)
Typ
Einzelausstellung
Eröffnungsdatum
21.03.2007
Start
22.03.2007
Ende
13.05.2007
Personen
Beschreibung

Während der gesamten Ausstellungsdauer übertragen sechs Netzwerkkameras Echtzeitbilder verschiedener Gemälde und Skulpturen in den Ausstellungsraum. Die Kunstwerke befinden sich an unterschiedlichen Orten in München, sowohl im Innen- als auch im Außenbereich. Thomas Kratz führt sie zu einer temporären »Sammlung« zusammen, u.a. mit Werken von Pino Pascali, Ian Hamilton Finlay, Michael Croissant und Helmut Rieger. Durch die Live-Übertragung in den kunstraum muenchen entsteht ein Ort, der über die räumlichen Grenzen des Ausstellungsraums hinausreicht und den gedanklich-virtuellen Charakter des Projekts hervorhebt: Örtliche Absenz, und realzeitliche Präsenz fallen in eins.

Einige der gezeigten Arbeiten sind als »re-enactments« an verschiedenen öffentlichen und privaten Orten in München entstanden. Von zentraler Bedeutung ist dabei die Re-inszenierung der Installation »Venere degli stracci« (»Lumpen-Venus«, 1967) von Michelangelo Pistoletto in den historischen Räumen der Villa Stuck. Sie verweist auf eine Arte-Povera-Ausstellung im Münchner Kunstverein 1991, welche wiederum auf eine Ausstellung von 1971 rekurriert. Die »Wiederaufführung« der Arbeit wirft Fragen nach ihrer ästhetischen Wirkungsgeschichte und individuellen Rezeptionen auf. Ausgangspunkt der Ausstellung waren Recherchen und Interviews zur Ausstellungsgeschichte Münchens der letzten zwanzig Jahre. Das retrospektive Konstrukt einer privaten Kunstsammlung fokussiert auf biografische Zugangsformen und erlaubt eine Annäherung unter dem Blickwinkel des Privaten. Durch die Einbeziehung verschiedener Institutionen, Sammler und Künstler in die Ausstellung wird die Einbindung von Kunst in kommunikative und soziale Prozesse deutlich. Marcel Broodthaers’ »Musée d’art moderne«, in dem das Kunstwerk als ästhetisches Zeichen im ständigen Fluss und Wandel der Bedeutungen erscheint, ist ebenso Bezugspunkt wie Duchamps »Boite en valise« oder Malraux’ Idee des »musée imaginaire«.

Thomas Kratz (geb. 1972) ist Meisterschüler von Prof. Günther Förg an der Akademie der bildenden Künste, München, und hat 2005 am Royal College of Art, London, mit einem Master of Painting abgeschlossen. Er lebt in London und zeigt im kunstraum muenchen seine erste Einzelausstellung.

Die Ausstellung wurde gefördert durch die Landeshauptstadt München Kulturreferat, die LfA Förderbank Bayern und das British Council. Mit freundlicher Unterstützung des LRZ München, der Villa Stuck und des Instituts für Kunstgeschichte München.

Anlässlich der Ausstellung im kunstraum muenchen ist eine Edition erschienen.

Die Ausstellung wurde kuratiert von Daniela Stöppel.

Zur Ausstellungsdokumentation.http://www.thomaskratz.de
 

Termine:

Mittwoch, 21. März 2007, 19 Uhr: Eröffnung

Freitag, 23. März 2007, 19 Uhr: Künstlergespräch




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